Nach dem Welterbesteig von St. Goar nach Oberwesel als Jubiläumswanderung im Mai ließ es die Kolping-Wandergruppe im Juni etwas ruhiger angehen. Der Wanderweg rund um Kaub war angesagt und 12 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde machten sich am 18. Juni 2026 mit der Bahn(diesmal pünktlich) auf nach Kaub. Mit ca. 9 km war die Strecke diesmal moderat und überschaubar und trotzdem war der Tag besonders und das aus zwei Gründen. Erstens war es der bis dahin heißeste Tag und forderte von den Wanderern schon Einiges ab. Zweitens, wie bereits des Öfteren in letzter Zeit, beschränkte man sich auch diesmal nicht nur aufs Wandern mit anschließendem Abschluss in einer Gaststätte. Waren die Besichtigung der Marksburg und der Besuch der barocken Kirche St. Pankratius in Herrschwiesen noch in bester Erinnerung, so war es diesmal die Historie von Kaub und hier speziell die Zeit, als die Stadt noch Zentrum der Rheinlotsen war, die Wanderführer Peter Stockhausen ins Auge gefasst hatte. Was lag da näher, als der Besuch des Lotsenmuseums, zumal in Peter Josef Bahles ein kompetenter Führer gefunden wurde. Doch davon später mehr.
Zunächst hieß es erst einmal sich bewegen. Die Tour begann direkt am Bahnhof in Kaub. Von dort aus ging es direkt auf einem steilen Weg durch die Weinberge in Richtung Lorch. An einem Abzweig führte der Weg zwar immer noch weiter steil nach oben, aber auch ins Hinterland und damit durch ein Waldgebiet, das endlich etwas Schatten spendete. Dort an einer Hütte wurde die erste Rast eingelegt. Das Wetter machte sich doch bemerkbar und die wirklich reichlich mitgenommenen Trinkvorräte wurden schnell arg dezimiert. Weiter führte der Weg unter schattigen Bäumen dann stets bergab bis zur Pfalzgrafensteinhütte. Hier genoss man die tollen Ausblicke


auf Burg Gutenfels, den Pfalzgrafenstein im Rhein und rheinaufwärts auf die Silhouette der Stadt Bacharach. Nach einer erneuten Trinkpause ging es weiter und bald wieder in die baumlosen Weinberge bis zur Burg Gutenfels. Von der Hitze gezeichnet, alle Trinkvorräte aufgebraucht gab es nur noch eins: auf dem kürzesten Weg abwärts nach Kaub zum Lotsenmuseum, wo Peter-Josef Bahles die Wanderer bereits erwartete. In einem kurzweiligen Vortrag erklärte er die Bedeutung der Rheinschifffahrt für die Stadt Kaub und gewährte interessante Einblicke in die Arbeitswelt der Rheinlotsen. Die Lotsengenossenschaft Kaub war 1950/1960 mit über 100 Lotsen die größte Lotsenstation am Rhein und wurde erst 1988 geschlossen. Bedingt durch den Lotsendienst mussten auch große Schlepperverbände vor Kaub ankern und die Nacht verbringen, was den Geschäften in Kaub zu Gute kam.
Nach diesem höchstinteressanten Vortrag zog die Gruppe weiter zum Abschluss ins“ Gasthaus zur Pfalz“. Hier wurde zunächst der Flüssigkeitspegel durch alkoholfreie Getränke wieder auf seinen Normalstand gebracht. Danach kam dann der gesellige Teil und bei leckerem Essen und manchem Glas Kauber Wein, ließ die Gruppe den Wandertag, der doch Alle wegen der großen Hitze schon etwas gefordert hatte, gemütlich ausklingen.




