"Wer die Zukunft sucht, muss sich in der Vergangenheit vergewissern."

In der Festschrift zum 120jährigen Jubiläum 1996 wurde ausführlich dargestellt, wie der Gesellenverein seit 1876 und die Kolpingfamilie, jeweils in den Formen ihrer Zeit, dem Auftrag Adolph Kolpings gefolgt sind.

War der Gesellenverein den Gesellen und Lehrlingen des Handwerks eine große Hilfe im Beruf, in Freizeit und Familie, so ließ die 1933 erfolgte Umbenennung in Kolpingfamilie eine neue Zielrichtung erkennen und gab auch die Möglichkeit, sich anderen Bevölkerungsschichten zu öffnen. Die Jahre des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg machten das bisherige Vereinsleben fast unmöglich, man hoffte auf eine bessere Zeit.

Das Ende des Krieges, der so viele Opfer gefordert und Zerstörungen gebracht hatte, bedeutete aber auch zugleich den Beginn freiheitlicher Entwicklung und Entfaltung, auf die viele gewartet hatten. Mit der Aufnahme des Vereinslebens wuchs auch die Zahl der Mitglieder. 1947 waren es 99 und 1950 schon 142 Mitglieder. Eine Jungkolpinggruppe wurde gegründet, und zum ersten Mal wurden die Frauen der Mitglieder zu einer Versammlung eingeladen.

Heimabende mit Vorträgen prägten in den kommenden Jahren die Arbeit der Kolpingfamilie. Rege Unterstützung fanden die Heimatfeste, Karneval und der Festzug am Erdbeerfest. Wer von Kirmes in Niederlahnstein spricht, der bringt damit die Kolpingfamilie in Verbindung. Sie war es auch, die die Kirmes nach dem Krieg wieder ins Leben rief und in der Zeit zwischen 1949 und 1969 in eigener Regie und mit viel Engagement durchführte.

Im Einsatz für pfarrliche Belange, wie Weißer Sonntag, Wallfahrten, Fronleichnam, Martinszug, waren Mitglieder immer zur Stelle. Die Pfarrfeste, immer ein Erfolg, wären ohne die Mithilfe der Kolpingfamilie nicht durchführbar.

Mit Ferdi Müller als ersten Vorsitzenden fand im Jahre 1991 ein Generationswechsel in der Leitung der Kolpingfamilie statt. Ein gut arbeitendes, harmonisches Vorstandsteam leistet erfolgreiche Arbeit.

Dies zeigt sich besonders in der Entwicklung der letzten zehn Jahre. Seit 1990 hat sich die Mitgliederzahl bis heute (215 Mitglieder, Stand: Kolpinggedenktag 2001) mehr als verdoppelt. Das Jahresprogramm 2001 mit fast 100 Terminen für die verschiedensten Angebote ist der Beweis für die Aktivitäten einer Gemeinschaft und ihrer Gruppen. Die Bezeichnung Familie ist berechtigt, da Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder das Vereinsleben prägen.

Die Kolpingfamilie St. Barbara kann mit Stolz das 125jährige Jubiläum feiern. Das rege Vereinsleben und der Einsatz in Pfarrgemeinde und Stadt geben allen Grund dazu. Das Vorbild von Adolph Kolping, dem Generationen gefolgt sind, möge die Kolpingfamilie auf ihrem weiteren Weg anspornen, auf die Fragen unserer Zeit eine Antwort zu suchen.

Franz Merfeld

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