Großer Andrang bei Jahreshauptversammlung

Obwohl keine Wahlen und „nur“ Rechenschaftsberichte auf dem Programm standen, kamen 77 Mitglieder und Freunde der Kolpingfamilie Lahnstein St. Barbara zur diesjährigen Jahreshauptversammlung. Für 65jährige Mitgliedschaft wurde Werner Arenz, für 40jährige Josef Meffert und für 25jährige Hildegard Schweikert und Gerti Herbel geehrt. Kolping-Vorsitzender Ferdi Müller hob besonders die Verdienste von Werner Arenz hervor, der von 1979 bis 1991 der Kolpingfamilie vorstand. Er freute sich, den geehrten neben einem Präsent auch eine Urkunde überreichen zu können, mit welcher der Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes, MdB Thomas Dörflinger, Dank und Anerkennung aussprach. Ferdi Müller blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück und ließ im Rahmen einer Diashow noch einmal die wichtigsten Geschehnisse Revue passieren. Insbesondere die von der Kolpingfamilie angeregte Verlegung der „Stolpersteine“ in Lahnstein habe viel Zuspruch und Anerkennung hervorgerufen. Anschließend gaben die jeweiligen Gruppenleiter einen Rückblick auf die Aktivitäten ihrer Gruppen. Für die Kolpingjugend berichtete Jenny Hörl über die Treffen und Veranstaltungen des Jugendstammtisches, der Kindergruppe und der Tanzgruppe. Für die Skatgruppe konnte Gerald Schneiders, für die Frauengruppe Renate Müller und für die Senioren Männer 60plus Ernst Wolf positives berichten. Kassiererin Marion Nitzling verwies auf einen erfreulichen Kassenbestand. Pfarrer Armin Sturm, der zuvor mit den Kolpingern eine Hl. Messe in der Krypta gefeiert hatte, bedankte sich im Namen der Pfarrei für das vielfältige soziale Engagement des Verbandes. Auch im neuen Geschäftsjahr hat die Kolpingfamilie viel vor: Bereits am 14. April brechen die Senioren für fünf Tage nach Duderstadt auf. Am 20. April steht die Frühjahrs-Kleidersammlung auf dem Programm. Im Juni führt der Jahresausflug auf den Bingener Rochusberg mit Abschluss in Rüdesheim. Vom 12. bis 27. Juli ist eine große Nordland-Fahrt von Dänemark über Schweden bis nach Norwegen geplant. Die große Podiumsdiskussion mit den Wahlkreiskandidaten des Wahlkreises Koblenz / Lahnstein für die Bundestagswahl findet am 21. August statt.

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Weitere Stolpersteine verlegt

Stolpersteine sollen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Weltweit wurden bisher rund 36.000 Stolpersteine verlegt. Der Kolpingfamilie St. Barbara gelang es mit Unterstützung der Stadt Lahnstein 29 Spender zu gewinnen, die es möglich machen nach und nach für alle jüdischen Familien, die in Lahnstein lebten, Stolpersteine zu verlegen. Im Juli 2012 wurden die ersten Steine verlegt, am 12. und 13. März 2013 folgten weitere an den Stellen, wo die Opfer zuletzt wohnten.
Zahlreiche Bürger waren zugegen, als der Künstler Gunter Demnig 7 Steine mit Messingtafeln, auf denen der Name, der Todesort und das Todesdatum stehen, in den Bürgerstieg einließ. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, erklärte Gunter Demnig, der die Steine mit den Namen der Opfer gestaltet und die Idee dazu 1993 hatte. Bewusst hat er sich für die kleinen Messingtafeln im Bürgersteig entschieden, „denn so muss man über den Opfern eine Verbeugung machen, um die Inschriften lesen zu können“.
Die Steine wurden verlegt in der Brückenstraße 38, hier lebten Klara Ahronsohn, Else Blumenthal und Klara Laeger, in der Adolfstraße 89 hier lebte zuletzt Gustav Kaufmann und in der Mittelstraße 12, wo Barbetha Baer, Max Baer, und Minna Baer ihr Zuhause hatten.
Elmar Ries, Vorsitzender der jüdisch-christlichen Gesellschaft, sprach nach der Verlegung, einige Gebete, Peter Auras sang mit Gitarrenbegleitung eindrucksvolle und bedrückende Lieder, Schüler der Hauptschule mit Klassenlehrer Christoph Caspari wohnten der Zeremonie in der Mittelstraße bei. Oberbürgermeister Peter Labonte bedankte sich bei der Kolpingfamilie für deren Initiative.
In seinem Schlusswort dankte Ferdi Müller, der erste Vorsitzende der Kolpingfamilie St. Barbara, den Bürgern, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, den Spendern und insbesondere Herrn Bernd Geil vom Stadtarchiv Lahnstein, ohne dessen Hilfe diese Aktion nicht möglich gewesen wäre. Müller betonte, dass mit der Verlegung der Steine und dem Erinnern an die Opfer es nicht darum gehe, eine ewige Schuld der Deutschen festzustellen, sondern einzig darum, das Vergessen daran zu verhindern, wozu Menschen fähig sind, wenn sie fehlgeleitet werden. Nur das Nicht-Vergessen könne eine Wiederholung verhindern. Die nächste Verlegung findet im August 2013 in Niederlahnstein statt.

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Heringe für einen guten Zweck

Gut 50 Mitglieder und Freunde der Kolpingfamilie Lahnstein St. Barbara kamen zum traditionellen Heringsessen ins Gemeindehaus. Kolping-Vorsitzender Ferdi Müller erinnerte daran, dass mit dem Heringsessen auch kulinarisch das Ende des närrischen Treibens der Fastnachtstage und der Beginn der österlichen Fastenzeit markiert wird. Gleichwohl waren die leckeren milden Heringe in Sahnesauce mit Äpfeln, Zwiebeln und Gurken eher ein kleines Festessen, als ein Fastenessen. Ulrike und Wolfgang Baum berichteten auf Einladung der Kolpingfamilie über die Arbeit des Vereins „Sterntaler für Waisenhäuser in Burkina Faso e.V.“. Der einheimische Orden „Soeurs de l’Immaculée Conception de Ouagadougou“ ist auf vielen sozialen Gebieten an mehreren Orten in Burkina Faso und den benachbarten Ländern in West Afrika tätig. Der Orden unterhält drei Waisenhäuser. Aufgenommen werden Kinder, die in der Stadt oder auf den Feldern ausgesetzt wurden oder von Eltern abgegeben werden, die so arm sind, dass sie ihre Kinder nicht mehr ernähren können. Auch staatliche Stellen schicken Kinder in die Waisenhäuser, ohne sich jedoch um deren Unterhalt zu kümmern. Betreut werden die Kinder in kleinen Gruppen von je einer Pflegemutter. Der Verein „Sterntaler für Waisenhäuser in Burkina Faso e.V.“ wurde von Menschen, die die Situation in Burkina Faso persönlich erlebt haben, und ihren Freunden, gegründet. In regemäßigen Abständen fliegen Mitglieder des Vereins (auf eigene Kosten) nach Burkina Faso und überzeugen sich von der sachgerechten Verwendung der gespendeten Gelder. Nach einem lebendigen und interessanten Bericht wurde das Ehepaar Baum nicht mit leeren Händen verabschiedet: Die Referenten konnten sich über den Erlös des Heringsessens als Unterstützung für ihre Arbeit freuen. Außerdem soll die Hälfte des Erlöses des nächsten Fasten- und Solidaritätsessens der Arbeit des Vereines zu Gute kommen.

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