Grußwort

Liebe Kolpingschwester, lieber Kolpingbruder,

vielleicht wundern sich einige von Euch darüber, dass die Kolpingfamilie St. Barbara die von Martin Luther vor 500 Jahren ausgelöste Reformation zur Titelseite des Jahresprogramms 2017 ausgewählt hat, da das Kolpingwerk ja ursprünglich ein rein katholischer Sozialverband war und bis in die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts nur Katholiken Mitglied werden konnten. Mittlerweile gehören auch (erfreulicherweise) evangelische Christen dem Kolpingwerk an; in der Kolpingfamilie St. Barbara sind es zurzeit 15 Mitglieder. Darum wollen wir mit unseren evangelischen Mitchristen der Reformation vor 500 Jahren gedenken.
Martin Luthers Thesenanschlag im Jahr 1517 zählt zu den großen Wendepunkten in der Geschichte der Menschheit. Luther machte mit seinen 95 Thesen auf Missstände innerhalb der Kirche, besonders auf das Ablasswesen aufmerksam. Wenn Luther anfangs eine Spaltung der Kirche sicherlich nicht wollte, so konnte  er letztlich die Entwicklung, die dann doch zur Spaltung führte, nicht stoppen. Erstmals in der  Geschichte wird das Reformationsjubiläum 2017 ökumenisch gefeiert (gemeinsame Erklärung des Ratsvorsitzenden der EKD, Dr. Bedford-Strohm und des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx) mit dem Wunsch: „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“. Einige ökume-nische Veranstaltungen und Aktivitäten bereits im Vorfeld, wie z.B. der gemeinsame Besuch evangelischer und katholischer Bischöfe im Heiligen Land, oder die 1000 Pilger aus elf Städten von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, der Ursprungsregion der Reformation, die am Sonntag, dem 9. Oktober 2016 zu einer ökumenischen Pilgerreise zum Papst aufbrachen, machen Mut und geben Hoffnung auf ein weiteres Annähern der beiden großen christlichen Kirchen. Auch die Kolpingfamilie St. Barbara ist bestrebt in 2017 auf örtlicher Ebene ihren Beitrag zur Annäherung zu leisten. Vorgesehen sind u.a. ein Vortrag über Martin Luther und die Reformation und eine Podiumsdiskussion mit Thema: “Evangelisch-Katholisch- was uns eint, was uns trennt“. Dabei wiederholen wir eine Diskussion aus dem Jahre 2003 zum gleichen Thema (damals mit Pater Ralf Birkenheier und Pfarrer Sprenger) und sind gespannt, was sich in den 13 Jahren im Verhältnis der beiden Kirchen   untereinander auf örtlicher und/oder überörtlicher Ebene verändert hat.

Mit den besten Wünschen für das Jahr 2017