In Leipzig dabei

Der 100. Deutsche Katholikentag ging am Sonntag in Leipzig mit einem Festgottesdienst unter freiem Himmel zu Ende. Unter den 25.000 Gottesdienstbesuchern, die sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Augustusplatz in der Leipziger Innenstadt eingefunden hatten, waren mit Maylin Amann, Sabrina Doll, Andreas Kratz, Christian Müller und Simone Raab auch fünf Mitglieder der Kolpingfamilie St. Barbara. Die Lahnsteiner waren an den fünf Veranstaltungstagen ehrenamtlich also Ordner und Helfer im Zentrum „Familie und Generationen“ aktiv. Workshops, biblische Impulse, Vorträge und Podiumsdiskussionen drehten sich um die Themenpalette des Themenbereichs: Glaubenspraxis und Glaubensweitergabe in der Familie, Lebensgrenzen und Lebenskrisen, Fragen am Lebensanfang und Lebensende. Dabei galt es den Saal und das Podium im „Haus des Buches“ für die jeweiligen Veranstaltungen herzurichten, Kabel zu verlegen, Mikrofone auf- und abzubauen, Eintrittskarten zu kontrollieren und die zahlreichen Fragen der vielen Besucher zu beantworten. Rund 8 Stunden waren die Helfer täglich im Einsatz, um die Veranstaltungen vor- und nachzubereiten. Dabei hat der ehrenamtliche Einsatz schon Tradition: Seit 1990 war die Niederlahnsteiner Kolpingfamilie an 10 von 11 Katholikentagen mit Helfergruppen vertreten. „Wir wollen nicht einfach nur dabei sein, sondern mitmachen, mithelfen und einen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Veranstaltung für die Besucher zum Erlebnis wird,“ beschreibt Christian Müller, der die Gruppe anführte, die eigene Motivation. Interessant sei auch die Gelegenheit zum Gespräch mit den vielen „Promis“ aus Kirche und Gesellschaft hinter den Kulissen. Ex-Vizekanzler Franz Müntefering, Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück, die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der schweizer Theologe Pierre Stutz – sie alle waren Mitwirkende bei Veranstaltungen im „Haus des Buches“ und für die Helfergruppe nicht nur „zum Greifen nahe“, sondern auch zum kurzen Plausch bereit. In ihrer Freizeit hatten die Lahnsteiner dann Zeit, um selbst an einigen der insgesamt rund 1.000 Programmpunkten teilzunehmen, die der Katholikentag bereit hielt. Daneben bestand Gelegenheit, die touristischen Höhepunkte von Leipzig zu entdecken: So besuchten die Gäste aus dem Rhein-Lahn-Eck das Bundesverwaltungsgericht, das Völkerschlachtdenkmal, die Nikolaikirche – von der 1989 die friedliche Revolution ausging – und den Panorama Tower. Mit 19 Jahren war Maylin Amann das jüngste Mitglied der Helfergruppe, aber nach dem 98. Katholikentag in Mannheim schon zum zweiten Mal dabei. „Ich finde es toll zu erleben, dass Kirche auch anders geht“, meinte die Studentin mit Blick auf die zahlreichen jungen Menschen, die sich auf die Angebote des Katholikentages einließen. „Kreatives, Besinnliches und ein buntes Zelt- und Bühnenprogramm, da ist für jeden etwas dabei.“ Eines ist für die 5 Lahnsteiner klar: In zwei Jahren, beim 101. Katholikentag in Münster sind sie wieder dabei.

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