Verlegung weiterer „Stolpersteine“ für NS-Euthanasieopfer in Lahnstein

Der Künstler Gunter Demnig war zum vierten Mal in Lahnstein um Gedenksteine für Lahnsteiner Opfer des Nationalsozialismus  zu verlegen. Bisher wurden in den vergangenen drei Jahren 27 Stolpersteine in Lahnstein verlegt. Kleine, im Pflaster eingelassene Gedenktafeln, sollen an die Menschen erinnern, denen großes Unrecht getan wurde.
Begonnen wurde vor dem Martinsschloss in Lahnstein mit einer Gedenkfeier.
Der Vorsitzenden der Kolpingfamilie Lahnstein St. Barbara, Ferdi Müller, sagte in seiner Begrüßung, dass es nicht darum gehe, eine ewige Schuld der Deutschen festzustellen, sondern einzig darum, das Vergessen an das Unrecht, das unsere Vorfahren begangen haben, zu verhindern. Eine Wiederholung darf es nie wieder geben, dafür sind wir alle verantwortlich. Die Beigeordnete Beatrice Schnapke-Schmidt dankte in ihrem Grußwort der Kolpingfamilie für die Initiative und die Beharrlichkeit  bei dem Ziel, allen Opfern vor ihrer letzten freiwillig gewählten Wohnung,  einen eigenen Stein zu verlegen. Im Anschluss wurden folgende Steine verlegt: Schlossstraße 1, Johann Winter, geb. 1908, ermordet am 26.10.1942 in Ravensbrück, Erich Waldbach, geb. 1917, ermordet am 03.11.1944 in Hadamar; Hochstraße 56, Emma Martha Niess, geb. 1919, ermordet 16.05.1941 in Hadamar; Adolfstraße 48, Jakob Devers, geb. 1904, ermordet 01.07.1941 in Hadamar; Wilhelmstraße 67, Josef Peter Weber, geb. 1903, ermordet 30.05.1944 in Hadamar; Sebastianusstraße 1, Adam Staudt, geb. 1871, ermordet 21.04.1945 in Eichberg. An der Verlegung dieses Gedenksteines nahmen die noch in Lahnstein lebenden Enkelkinder des Ermordeten, Hans Hamm, Günther Hamm und Marianne Pitz teil. Marianne Pitz berichtete in bewegenden Worten, wie sie als zehnjähriges Kind die Nachricht vom Tode ihre Großvaters erlebt hat. Weitere Steine sollen im Herbst dieses Jahres verlegt werden.