Jubiläum: Empfang der Vereine

Staatsminister a. D. Rudi Geil hielt Laudatio - Ehrenamtliches Engagement in Lahnstein gewürdigt
LAHNSTEIN. Das Bestehen der Lahnsteiner Kolpingfamilie St. Barbara jährt sich jetzt zum 125. Mal. Klar, dass das gefeiert wurde: Bei einem Festakt erinnerten Veranstalter und Gäste an die großartige Arbeit der Kolpinger in der Vergangenheit und Gegenwart. Für die Zukunft sprachen ihnen zahlreiche Vertreter des gesellschaftlichen Lebens Glück und Erfolg zu.
"Menschen brauchen Menschen", so Rudi Geil, der die Festansprache beim Jubiläumsabend im vollbesetzten Saal des Gemeindehauses St. Barbara hielt. Geil wies so auf die großen Leistungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kolpingfamilie hin: Sei es in Freizeit, Entwicklungshilfe oder bei der Betreuung von Flüchtlingen, immer zeige sich auch die gesellschaftliche und politische Mitverantwortung dieser Gemeinschaft. Der Staatsminister a. D. würdigte in seiner Laudatio auch das Engagement von Adolf Kolping, dem Gründer eines Gesellenvereins in Köln, welcher sich später in Kolpingfamilie umbenannte: "Mit seinen Werten und seinem Einsatz hat Kolping die soziale Marktwirtschaft und das Grundgesetzes entscheidend mitgeprägt", so Geil. Auch sei er ein Wegbereiter für das Ehrenamt gewesen, welches eine Demokratie erst möglich mache.
Geil lobte dabei das Engagement der Kolpingbrüder und - schwestern in Lahnstein, die den Menschen bei ihren Problemen helfen und dafür sorgen, dass das Ehrenamt kein Auslaufmodell ist. Im Gegenteil: Allein die Kolpingfamilie St. Barbara zählt etwa 214 Mitglieder, von denen die Hälfte Frauen sind. Dies war bis vor ein paar Jahrzehnten noch ganz anders: Bernhard Kilbinger erzählte in seiner Festrede davon, wie sich die ursprüngliche Männervereinigung in eine richtige Familie gewandelt hat. "Heute sind die Frauen gar nicht mehr wegzudenken", so der zweite Vorsitzende der (Niederlahnsteiner) Kolpingfamilie.
Kilbinger gab einen Einblick in die kleinen Besonderheiten seiner Organisation. So schilderte er den Grund, warum es bei Kolping keinen Präsidenten gebe, sondern einen Präses: "Bei uns ist der Präsident gewissermaßen der liebe Gott". Darüber hinaus erläuterte Kilbinger den ungewöhnlichen Gruß der Familienmitglieder untereinander: "Treu Kolping". Dieser Ausspruch soll nämlich die Zusammengehörigkeit stärken und unterstreichen. Und das schon seit langer Zeit: Im Jahre 1876 wurde die Kolpingfamilie gegründet. Heute ist sie mit der älteste noch bestehende Ortsverein und eine feste Größe in der gesellschaftlichen und politischen Landschaft in dieser Stadt. Insgesamt organisieren die Lahnsteiner Kolpings etwa 100 Veranstaltungen im Jahr. Außerdem unterhält die Kolpingfamilie vier Gruppierungen, unter anderem eine Frauen- und eine Kinder- und Jugendgruppe. Durch dieses große Engagement war es klar, dass etliche Vereine und viele namhafte Politiker aus Lahnstein es sich nicht nehmen ließen, ihre Glückwünsche zu übermitteln und den Kolpingmitgliedern Erfolg für die Zukunft zu wünschen. Im Namen der Bürger von Lahnstein lobte Oberbürgermeister Peter Labonte den ehrenamtlichen Einsatz für Familie, Beruf und gerechten Staat.
Und für alle Anwesenden stand fest: Es ist die Mischung aus Tradition und Moderne, was die Kolpinger ausmacht. Im letzten Jahr wurde zum Beispiel ein eigenes Internetportal eingerichtet. Dabei wird das erklärte Ziel, den Menschen aus ihren Nöten zu helfen, nicht aus den Augen verloren. "Auf Kolping ist Verlass", so Bernhard Kilbinger.
Markus Scheele


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